An einem Strang für Geflüchtete

Von Christine Reith

Zusammen mehr erreichen für Menschen, die unsere Hilfe benötigen: Unter diesem Credo ist Perspektiva in diesem Jahr ein ganz besonderes Projekt geglückt. Am Theresienhof hat die Gemeinschaft ein altes Wohnhaus renoviert und in ein Zuhause für eine Familie aus der Ukraine verwandelt. Sohn Oleksandr ist Autist und hat bei antonius zum ersten Mal eine echte Lebensperspektive.

Deutsch lernen – das hat derzeit in der Familie Kolomiicuk oberste Priorität. Direkt nach Kriegsbeginn sind Ruslana und Vladymyr Kolomiicuk mit ihren Söhnen Oleksandr (26) und Sergii (13) sowie Oma Ludmila (92 Jahre) aus dem ukrainischen Lwiw nach Deutschland geflohen und durch Zufall Mittelpunkt eines besonderen Perspektiva-Projektes geworden.

Nachdem die Stadt Fulda bei antonius Wohnraum für Geflüchtete angefragt hatte, haben Gesellschafter des Unternehmernetzwerkes innerhalb von nur zwei Wochen ein leerstehendes Auszugshaus auf dem Theresienhof komplett renoviert, möbeliert und eingerichtet. „Und zwar bis zum letzten Teelöffel!“, betont Perspektiva-Geschäftsführerin Silke Gabrowitsch. „Die Hilfsbereitschaft war enorm und die Aktion hat einmal mehr bewiesen, dass Perspektiva ein funktionierendes, tragfähiges Netzwerk ist.“

Für die Kolomiicuks ist das neue Zuhause nicht nur wegen der Wohnmöglichkeit „Glück im Unglück“, wie Papa Vladymyr betont. Die Familie habe durch antonius zum ersten Mal erfahren, dass ihr Sohn Oleksandr gefördert wird und eine echte Perspektive für sein Leben bekommt. Oleksandr ist Autist und besucht die Talentförderung „mittendrin“ von antonius. Weil er mit großer Angst auf die Sirenen, Raketeneinschläge und Aufenthalte im Schutzkeller reagierte, war die Familie überhaupt erst geflohen. Jetzt in Deutschland kann nicht nur der junge Mann durch die Unterstützung von antonius eigene Pläne entwickeln, auch seine Eltern können ihr Leben neu in die Hand nehmen – etwa Deutsch lernen und eine Arbeit finden. „Zurück in die Ukraine möchten wir nicht mehr. Dort war Arbeiten für mich undenkbar, weil ich Oleksandr intensiv betreuen musste“, erzählt Ruslana Kolomiicuk. „Dass er hier in so guten Händen ist und sich so toll entwickelt, eröffnet uns allen ganz neue Möglichkeiten.“ Erste Jobangebote aus dem Netzwerk gibt es schon.

Auf dem Foto zu sehen ist Familie Kolomiicuk mit Perspektiva-Geschäftsführerin Silke Gabrowitsch (rechts). Bild: Maximilian Fischer

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