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antonius produziert ein Viertel des Stroms im Quartier selbst
von Christine Reith
Die Kosten für Strom und Kraftstoff steigen. Was schon bei Einzelpersonen für einen bangen Blick auf das Konto sorgt, ist für Großverbraucher wie die Bürgerstiftung „antonius : gemeinsam Mensch“ eine enorme wirtschaftliche Herausforderung. Um sich unabhängiger von Preisschwankungen zu machen und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, hat antonius vor einem Jahr eine neue Photovoltaikanlage installiert. 260.000 Kilowattstunden Sonnenstrom sind seitdem ins quartierseigene sowie ins öffentliche Stromnetz geflossen.
Ob Computer in der Verwaltung, Licht in den Wohngemeinschaften, Ladestationen für den Fuhrpark oder Kühlzellen und Öfen in Großküche und Bäckerei: Der Bedarf an Strom bei antonius ist groß. Rund ein Viertel des Gesamtbedarfs im antonius Quartier erzeugt die Bürgerstiftung neuerdings selbst – mit einer im Mai 2025 in Betrieb genommenen Groß-Photovoltaikanlage (PV-Anlage).
Das technische Schmuckstück umfasst 1.412 Quadratmeter Dachfläche auf drei Gebäuden – auf der Arbeitsschule Startbahn, auf der antonius Gärtnerei sowie auf einer Maschinenhalle. Bestückt mit 700 Modulen liefert die Anlage eine Leistung von 315 Kilowatt-Peak – mit dieser Einheit wird die Höchstleistung einer Photovoltaikanlage angegeben.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit als Ziel
Pro Jahr erzeugt antonius damit rund 260.000 Kilowattstunden sauberen Sonnenstrom. Das spart jährlich etwa 170 Tonnen Kohlendioxid ein – eine Umweltentlastung, für die man sonst 14.300 Bäume pflanzen müsste. Aktuell mit Sonnenstrom versorgt werden auch sechs Ladestationen für E-Transporter und E-Autos. Nicht verbrauchten Sonnenstrom speist antonius in das öffentliche Stromnetz ein.
Investiert hat antonius rund 800.000 Euro, die sich in zehn Jahren amortisieren sollen. Die Laufzeit der PV-Anlage ist für 20 Jahre geplant. „Angesichts stark schwankender Energiepreise und unseres eigenen ökologischen Anspruchs wird es für uns immer wichtiger, beim Thema Energie auf eigenen Beinen zu stehen“, erläutert Volker Eichenauer, Leiter Bau und Haustechnik bei antonius. „Deshalb setzen wir auf Photovoltaik – elektrifizieren aber auch unseren Fuhrpark oder ersetzen typische Stromfresser durch Energiesparmodelle, zum Beispiel durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung oder sparsame Geräte für die Großküche. Ziel ist eine größtmögliche Unabhängigkeit und Zukunftssicherung in Verantwortung für die Menschen, die bei uns leben und arbeiten.“

Lokale Partner übernehmen Planung und Umsetzung der PV-Anlage
Technologiepartner für die Umsetzung der neuen PV-Anlage war die Firma Elektro Burkart aus Künzell. Die Planung übernahm die Projektierungsgesellschaft Helfrich Ingenieure aus Bad Kissingen. Als besondere Herausforderung stellte sich die Kabelverlegung heraus, die das Fuldaer Unternehmen Hodes-Bau verantwortete: Das gesamte antonius Quartier hat zur Stromverteilung eine eigene Mittelspannungsanlage mit Trafostation, zu der die Kabel von den verschiedenen Gebäuden aus über viele hundert Meter aufwändig verlegt werden mussten. Etwa ein Jahr dauerte die Bauzeit.
Hackschnitzelanlage versorgt das Quartier mit nachhaltiger Heizwärme
Um auch bei netzbedingten Zwangsabschaltungen keine wertvolle Energie zu verlieren, prüfen die Verantwortlichen derzeit die Installation von Stromspeichern. So könnte der Solarstrom in Zeiten von Netzüberlastungen zwischengespeichert und später flexibel im eigenen Netzwerk verbraucht werden. Das würde auch Sicherheit bei Stromausfällen bieten. Ausgebaut werden soll zukünftig auch das Ladenetz für den antonius-Fuhrpark sowie für Kunden und Mitarbeitende.
Im Bereich der Wärmeversorgung ist antonius schon seit Jahren unabhängig: Eine eigene Hackschnitzelanlage versorgt alle Gebäude und Betriebe auf dem Hauptgelände zuverlässig mit nachhaltiger Heizwärme. Mit der neuen Photovoltaikanlage ist die Bürgerstiftung nun auch beim Strom einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung einer klimaneutralen und krisensicheren Zukunft gegangen.
