Bild-Vorschau

(Kommentare: 0)

Eine Tischtennisplatte in der Klosterkirche

von Anja Hildmann

Sportlich ging es am Dienstagabend in der Klosterkirche auf dem Frauenberg zu: Der Hoch-oben-Gottesdienst wurde vom TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell und dem Inklusionssportverein „Jeder ist anders“ gemeinsam mit Zelebrant Bruder Michael Blasek auf die Beine gestellt.

Den Besucherinnen und Besuchern des Hoch-oben-Gottesdienstes bot sich am Dienstag ein ungewöhnliches Bild: Vor den Stufen zum Altar stand eine kleine Tischtennisplatte. Zwei Personen nutzten diese für ihren Ballwechsel. Hin und her flog die kleine weiße Kugel und machte dabei das namensgebende „Ping-Pong“-Geräusch. Währenddessen erklärte eine dritte Person vom TTC Rhösprudel Fulda-Maberzell Grundbegriffe aus dem Tischtennis – Aufschlag, Topspin, Schmetterball, Netzroller.

Diese Szene ist kein Zeichen dafür, dass die Klosterkirche ihre Räumlichkeiten nun an Sportvereine vermietet, sondern passt zum Motto des Gottesdienstes: „ping pong HALLELUJA! Das Leben gewinnt“. Was der Sport mit dem christlichen Glauben zu tun hat, stellte Daniel Plappert vom Verein „Jeder ist anders“ klar: „Gott hat uns als bunte Truppe zusammengestellt und wir spielen uns die Bälle zu. Jeder ist anders, aber am Ende zählt das Halleluja des Miteinanders.“

Der Inklusionssportverein feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Rund 240 Mitglieder mit und ohne Behinderung nutzen das vielfältige Sportangebot: Badminton, Boccia, Bogenschießen, Darts, Fußball, Reha-Sport, Tischtennis und Voltigieren. Auch die Vereinsarbeit wird inklusiv gestaltet. Der Verein ist Modellgeber für inklusiven Sport in der Region Fulda und hat es sich zum Ziel gemacht, durch Sport Begegnungen zu schaffen, aus denen Freunschaften entstehen und Barrieren in den Hintergrund treten.

Im Gottesdienst verrieten Mitglieder des Vereins, was es für sie bedeutet, gemeinsam Sport zu machen. „Für mich bedeutet es, dass man in einer Gruppe mit anderen Menschen zusammen etwas spielen kann. Es bedeutet für mich auch, dass man an Turnieren teilnehmen und so auch andere Vereine kennenlernen kann“, sagte etwa Florian Merx. „Das Wichtigste sind die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen, die jeder macht – eine wertvolle Bereicherung“, ergänzt Christina Ebert, die seit mehreren Jahren Übungsleiterin im Bogenschießen ist. Menschen mit Behinderung sind mit Begeisterung dabei und geben diese an alle in der Gruppe weiter. „Durch ihre unkomplizierte Art bringen sie viel Spaß und Freude in die Gruppe.“

Mit Punkten wie Fairness, Ausdauer, Energie und Teamgeist spielte der Sport auch bei den Fürbitten eine Rolle und Zelebrant Bruder Michael Blasek griff das Thema in seinem Gebet auf. Für die musikalische Umrahmung sorgten Sophia Mans (Gesang), Yannik Helm (Keyboard) sowie Organist Peter Blancke.

Das Schlusswort des Gottesdienstes sprach Mathis Wilhelm vom TTC Rhönsprudel. Der Jugendtrainer ging auf die langjährige Zusammenarbeit mit antonius und dem Verein Jeder ist anders ein, die immer weiter ausgebaut wurde: „Dabei geht es uns darum, Begegnungen zu schaffen, Vorurteile abzubauen – damit Menschen lernen, dass Vielfalt normal ist.“

Anschließend lud Franziskaner-Pater Cornelius Bohl die Besucherinnen und Besucher ein, den Abend bei einem gemeinsamen Imbiss und Getränken ausklingen zu lassen.

Fotos: Ralph Leupolt für antonius

Zurück