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Erinnern und Haltung zeigen
Pater Thomas eröffnete die Gedenkfeier mit eindringlichen Worten: „Das waren dunkle Zeiten, die nicht wiederkommen dürfen.“ Deshalb seien Gedenktage wie dieser so wichtig. Sie erinnern an das, was geschehen ist, und mahnen zugleich für die Gegenwart. Denn, so Pater Thomas: „Bis heute gibt es Menschen, die Gewalt erfahren. Und bis heute gibt es Menschen, die sich mit Mut dagegenstellen.“
Musikalisch begleitet wurde die Feier von Reinhard Meys Lied Die Kinder von Izieu. Es erinnert an Kinder, die während der NS-Zeit Opfer von Verfolgung und Gewalt wurden.
Einen bewegenden Einblick in die damaligen Ereignisse gab Björn Bierent mit einem Auszug aus der Schwesternchronik. Darin beschreibt Schwester Adolphine den Moment, als die Schwestern die Kinder für den Abtransport vorbereiteten: „Mit welchen Gefühlen sich die Schwestern nun an das Packen der Sachen für ihre Kinder machten, ist nicht in Worte zu fassen.“ Björn Bierent erinnerte daran, worum es an diesem Tag geht: „Wir erinnern uns an die Opfer, an ihre Würde, und an die Menschen, die den Mut hatten, Verantwortung zu übernehmen.“
Zum Abschluss sprach Vorstand Rainer Sippel über den Bezug zur heutigen Arbeit von antonius und machte deutlich: „Es gibt kein unwertes Leben. Das ist unser Auftrag mit ‚gemeinsam Mensch‘.“
Auf der Gedenktafel steht:
"Zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors
Am 21. und 22. Juli 1937 wurden 90 Bewohnerinnen und Bewohner des damals so genannten St. Antoniusheims abgeholt und in staatliche Einrichtungen verlegt. Menschen mit Behinderungen galten im Nationalsozialismus als 'lebensunwertes Leben'. Den Verantwortlichen von antonius gelang es, rund die Hälfte der deportierten Menschen zurückzuholen. Sie wurden so vor dem sicheren Tod gerettet. Wir setzen uns aus der christlichen Überzeugung, dass wir alle gemeinsam Mensch sind, dafür ein, dass so etwas nie wieder geschieht, und gedenken derer, die nicht zurückkamen:
Theodor Bechthold, Hans Bielenski, Erwin Fischer, Albert Fath, Josef-Ludwig Fath, Anna Galinsky, Alfred Gesang, Rudolf Grafs, Bernhard Günther, Elisabeth Hahn, Franz Hartung, Hermann Henkel, Ludwig Henkel, Rosa Herbert, Erwin Jahn, Paula Jehn, Walter Klassert, Adolf Köhler, Karl Krönung, Rudolf Linden, Maria Mehl, Paul Mehler, Erich Moses, Heinz Stephan, Otto Benzing, Sebastian Kehl, Baptist Klüber, Albert Lang, Bruno Ritter, Wilhelm Schneider, Karl Schöppner, Elisabeth Eder, Meta Ephrosi, Maria Geibel, Frieda Hohenberger, Brigitte Hüter, Rosa Jordan, Rosa Lindner, Anna Lingenfelder, Gabriela Reuter, Klara Rosch"
Fotos: Albert Sunny für antonius
