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Großes Quietsche-Enten-Spektakel zum Hessentag
von Christine Reith
„Ich bin ein Teil davon“: Dieses Gefühl erlebten Fuldaerinnen, Fuldaer und Unternehmen aus der Region beim großen Fuldaer Entenrennen am Samstag, 20. Juni 2026. Mit ihrer Spende an das Projekt „gemeinsam er:wachsen“ der St. Antonius-Stiftung schickten sie mitten im Hessentagstrubel säckeweise gelbe Quietsche-Enten die Fulda hinab – und unterstützen damit junge Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Das Benefiz-Event zum Hessentag wurde zu einem bunten Familienspektakel für den guten Zweck.
Mit jeder der 1.480 kleinen „Speedy-Ente“ wanderten 5 Euro in den Spendentopf. Für jede der 65 XXL-Firmenenten waren es 500 Euro. Insgesamt brachte das Fuldaer Entenrennen 39.900 Euro. Damit haben viele Fuldaerinnen und Fuldaer einen wertvollen Beitrag geleistet für junge Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Für sie entstehen in Haimbach spezielle Arbeitsplätze in einer Bio-Gemüsegärtnerei – und damit Chancen auf Teilhabe und Weiterentwicklung.
Weil echte Arbeit einen Unterschied macht
„Natürlich geht es auch um den Spaß heute und das gemeinschaftliche Mitfiebern – es ist eine richtige Gute-Laune-Veranstaltung“, sagt Dr. Wolfram Geiger, der Vorsitzende der St. Antonius-Stiftung. „Doch das viel Wichtigere ist, was daraus entsteht: Echte Arbeit und echte Perspektiven für Menschen, die sonst deutlich weniger Möglichkeiten haben. Sie stehen heute im Mittelpunkt.“ Seine Stellvertreterin Lioba Wingenfeld ergänzt: „Dieses Entenrennen begeistert. Viele Fuldaerinnen und Fuldaer haben uns schon im Vorfeld darauf angesprochen, wie sympathisch sie die Aktion finden und wie sie die Menschen verbindet – das zeigt auch das Engagement der Firmen, die mit wahnsinnig viel Kreativität und Liebe zum Detail ihre Enten gestaltet haben.“
Das Entenrennen ist die Abschlussveranstaltung des Projekts „gemeinsam er:wachsen“. Innerhalb von fünf Jahren haben Fuldaer Firmen, Bürgerinnen und Bürger mehrere Hunderttausend Euro gespendet. Im September 2026 übergibt die St. Antonius-Stiftung den Betrag an die „antonius : gemeinsam wachsen gGmbH“, die die Bio-Gemüsegärtnerei betreibt.
Herzensbotschaft erreicht Publikum: Vom Ich zum Wir
Dass es hier um etwas Sinnstiftendes geht, erreichte auch das Publikum am Fulda-Ufer: Das Moderatorenduo Stephanie Mosler vom Beirat der St. Antonius-Stiftung und Prof. Dr. Carsten Schütz vom Aufsichtsrat antonius interviewte vor Ort zum Beispiel Madita Pahlen, die in der antonius Gärtnerei arbeitet. Den Startschuss für das Rennen gab Marc-Jürgen Herrmann, der bei antonius lebt und ab Sommer im Garten arbeiten wird.
Die gelben Schwimmtiere legten eine Strecke von rund 700 Metern zwischen der Hornungsbrücke an der KGM Kugelfabrik und der Fußgängerbrücke am Rosenbad zurück. Wegen des geringen Wasserstands durfte die Schleuse an der Kugelfabrik kurz geöffnet werden. Der Kanu-Club Fulda, die DLRG und die Feuerwehr begleiteten alle Enten sicher ins Ziel.
28 Preise für die 28 schnellsten Entchen
Die 28 schnellsten Enten holten für ihre Besitzerinnen und Besitzer Gewinne, darunter als Hauptpreis ein Kinder-E-Bike von VeloCulTour (Jessica Beinroth) sowie eine hochwertige Kühlbox (Jonas Fröhlich) und ein Kinder-Trettraktor (Karina Weber). Spontan wurde die Besitzerin der langsamsten Ente, ein zehnjähriges Mädchen, gemeinsam mit der Familie zu einem Frühstück im antonius Hofcafé eingeladen. „Denn bei antonius lassen wir niemanden zurück“, kommentierte Ulrich Schmitt von der antonius Geschäftsleitung.
Nominierung der schönsten Firmenente
65 Unternehmen aus der Region haben die Patenschaft für eine große Ente übernommen, und fast alle haben mit viel Einsatz ihre Maskottchen gestaltet. Die kreativste Firmenente kürte vor dem Start des Entenrennens eine inklusive Jury bestehend aus Silvia Brünnel (Geschäftsführerin der Kinder-Akademie Fulda), Lioba Wingenfeld (stellvertretende Vorsitzende der St. Antonius-Stiftung), Dr. Wolfram Geiger (Vorsitzender der St. Antonius-Stiftung), Thomas Stock (Bilder Fuchs) und Marcel Pani (Bewohner und Mitarbeiter von antonius).
Weil fünf Enten die gleiche Punktzahl für Kreativität, Umsetzung und Unternehmens- oder Projektbezug erhielten, durfte das Hessentagspaar über die Siegerin entscheiden. Vera und Max Dudyka wählten die Ente von „fraureith – Der gute Text“, die mit dem Schriftzug „I love er:wachsen“ überzogen war. Als schnellste Firmenente erreichte das Kunstwerk von Fehrmanns Gewürzkontor das Ziel, die von den Azubis mit der „Hetawu“, der Hessentagswurst, dekoriert war. antonius-Mitarbeiter Yannik Wegener überreichte der strahlenden Patricia Fehrmann den Gewinn: ein After-Work-Event für die gesamte Belegschaft in einer selbstgewählten Gastronomie von antonius.
„Heute haben sich hier viele Menschen gefreut – über die fröhlichen Enten, die tolle Stimmung und die vielen Preise“, sagte antonius-Seelsorger Pater Thomas zum Abschluss. „Und in den nächsten Monaten und Jahren freuen sich junge Mitarbeitende bei antonius, dass ihnen mit der neuen Bio-Gemüsegärtnerei echte Perspektiven eröffnet werden.“
Fotos: Felix Weigl
