von Maximilian Fischer

„Halali!“ und „Horrido!“ in der Klosterkirche Frauenberg

Der monatlich stattfindende Hoch Oben Gottesdienst ist eine Kooperation mit den Franziskanern am Frauenberg, der diesen Dienstagabend gemeinsam mit der Jäger- und Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg e.V. gefeiert wurde. Bei der Hubertusmesse gab es nicht nur eine herausfordernde Predigt zu hören, sondern auch tierische Gäste zu bestaunen.  

Mit den schallenden Trompeten des Bläserkorps der Jäger- und Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg e.V. wurde der diesmalige Gottesdienst lautstark eingeläutet: Nach einer Begrüßung von Jan-Martin Schwarz als Geschäftsführer von Perspektiva, richtete Kaplan Johannes Wende den liturgischen Gruß an die Gäste, während der Spontanchor Bronnzell die Kyrierufe musikalisch begleitete.

Leitfigur des Gottesdienstes war dieses Mal allerdings Hubertus von Lüttich, der als Schutzpatron der Jäger gilt. Daher war es nicht verwunderlich, dass im Kirchenschiff nicht nur zahlreiche Gäste in Jagdmontur erschienen sind, sondern auch Jagdhunde und ein Greifvogel zu den Besuchern zählten. Auch Kaplan Johannes Wende ist selbst als Jäger tätig und bewegte sich daher sozusagen in vertrautem Terrain.

Johannes Wende hat durch ein früheres Praktikum bei antonius eine ganz besondere Beziehung zum antonius Netzwerk. Er wurde erst im Mai zum Priester geweiht und ist extra aus Freigericht zum Gottesdienst angereist, vor allem um anhand der Geschichte des Hubertus etwas mitzugeben:

Dieser habe in seinem Berufsalltag als Jäger plötzlich eine übernatürliche Erfahrung mit Gott gemacht. Als er einen Hirsch erlegen wollte, erschien zwischen dessen Geweih ein aufstrahlendes Kreuz und er erlebte die verändernde Gegenwart Gottes. Ab diesem Zeitpunkt habe er sein Leben ganz radikal Jesus Christus gewidmet, was im Laufe der Jahre auch dazu geführt hatte, dass er später zum Bischof geweiht wurde. Botschaft der abendlichen Predigt war allerdings die spannende Frage, ob auch wir überhaupt noch dafür bereit sind, dass Gott uns überrascht und wir uns von ihm verändern lassen. Denn Gott begegnet uns tagtäglich in zahlreichen Facetten, wie beispielswiese durch seine Schöpfung mit der aufgehenden Sonne oder beim Zwitschern der Vögel. Wir sind aber häufig blind für seinen Ruf und zu beschäftigt mit den alltäglichen Dingen.

Dem anschließend wiesen zum Ende des Gottesdienstes Dr. Rudolf Leinweber und Ulrike Sichau mit einem Meditationstext darauf hin, dass das Leben ganzheitlich betrachtet werden muss. Mit Schwach sein und Stark sein, Werden und Vergehen, Schale und Kern, Menschen und Gott.

Auch Veit Küllmer richtete als Geschäftsführer der Heinrich Küllmer GmbH & Co. KG, Gesellschafter von Perspektiva und zweiter Vorsitzender des Jäger- und Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg e.V. abschließende Worte des Dankes an die Gäste. Er hob hervor, dass das Format des Hoch Oben Gottesdienstes etwas ganz Besonderes sei, vor allem auch deshalb, weil hier Menschen mit und ohne Behinderung zusammengeführt werden und man gemeinsam Gottesdienst feiert. 

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