von Annika Vogel (Kommentare: 0)

Stroh statt Plastik

Um Plastikmüll zu reduzieren, wird die EU im Jahr 2021 verschiedene Einwegprodukte aus Plastik verbieten. Genau wie Plastikbecher und Wattestäbchen werden auch Trinkhalme aus Plastik bald der Vergangenheit angehören. Anlässlich des 100jährigen Jubiläums hat die Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) ihre Gruppen aufgerufen, unter dem Motto Hands on! ein Nachhaltigkeitsprojekt zu initiieren. Die Fuldaer Jugend setzt ihr Projekt gemeinsam mit uns um und stellt eine Alternative zu Plastiktrinkhalmen her, die ihrem Namen gerecht wird: Strohhalme aus Bio-Stroh. Anfang August erntete die Fuldaer Jugend des JDAV gemeinsam mit antonius-Mitarbeitern mit und ohne Behinderungen das Getreide auf einem Feld oberhalb von Hemmen. Somit ist das Projekt nicht nur nachhaltig, sondern auch inklusiv.

Bereits im Oktober letzten Jahren säte das Team unserer Gärtnerei die Bio-Getreidesorte Triticale auf einem Feld oberhalb von Hemmen an. „Wir haben uns für diese Sorte entschieden, da deren Halme besonders lang und stabil sind und keinen Eigengeschmack haben“, erklärt Martin Günzel, Leiter der antonius Gärtnerei. „Da sie einen relativen großen Durchmesser haben, kann man später gut daraus trinken“. Als das Getreide Anfang August bereit für die Ernte war, packte ein bunt gemischtes Helferteam mit an: Neben Mitarbeitern der Gärtnerei, halfen auch die Gartenkinder der ambinius Kita mit. Auch die Jugendlichen der Klettergruppe des JDAV sammelten die Halme per Hand ein und stapelten sie vorsichtig in die extra dafür gebauten Paletten, um möglichst wenige zu beschädigen. In weniger als zwei Stunden waren die sieben Paletten bis zum Rand gefüllt.

Unter den fleißigen Helfern war auch Sarah Günzel, die gemeinsam mit vier Kollegen die JDAV Fulda leitet: „Als wir heute Morgen auf das Feld gefahren sind, wussten wir noch nicht genau, was uns hier erwartet. Jetzt packen alle mit an und die Arbeit macht uns Spaß."

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums hat die JDAV ihre Jugendgruppen aufgerufen, unter dem Motto Hands on! ein Nachhaltigkeitsprojekt umzusetzen. Da Sarah Günzel ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei antonius absolviert hat und ihr Vater die Gärtnerei leitet, entstand schnell die Idee, das Nachhaltigkeitsprojekt gemeinsam mit uns umzusetzen und so Nachhaltigkeit und Inklusion zu verbinden. Als Sarah Günzel der Gruppe die Idee vorstellte, seien alle sofort begeistert gewesen: „Keiner von uns hat vorher schon mal was von Trinkhalme aus Stroh gehört. Von der Idee haben sich alle sofort begeistern lassen.“, erinnert sich Sarah Günzel.

Bevor die Halme weiterverarbeitet werden können, müssen sie rund vier Wochen trocknen. Anschließend werden sie sortiert, sterilisiert und zugeschnitten. Das geschieht mit Hilfe einer Guillotine, einem halbautomatischen Schnittwerk, das unsere Schreinerei extra dafür entwickelt hat. Diese Aufgaben wird die inklusive Arbeitsgruppe im Klostergarten auf dem Frauenberg während der Wintermonate übernehmen. „Wenn im Klostergarten im Winter weniger zu tun ist, haben unsere Mitarbeiter durch die Strohhalproduktion eine sinnstiftende Aufgabe“, sagte Martin Günzel.

Die Arbeitsgruppe Klostergarten, zu der Menschen mit und ohne Behinderungen gehören, kümmert sich unter der Leitung von Stefan Geisler seit März 2019 um die Pflege des Klostergartens. Aktuell dient der Gruppe ein Bauwagen als Rückzugsort, dieser soll vor Anbruch des Winters aber durch einen größeren Aufenthaltsraum ersetzt werden.

Die Kletterhallen des DAV und unsere gastronomischen Bereiche sollen zukünftig mit diesen Trinkhalmen ausgestattet werden. „Aktuell bieten wir in den Kletterhallen gar keine Trinkhalme mehr an. Vor allem Kindergruppen werden sich über die neuen Halme freuen“, so Sarah Günzel. Die restlichen Halme sollen zum Verkauf angeboten werden.

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